07/08-2022

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Tag 1
Ganze 3 Jahre ist es her, dass wir unterwegs waren.
Es kam Corona dazwischen und Corona und nochmals Corona.
Seit Tagen packen wir ein und aus, um auf alle Wettersituationen vorbereitet zu sein. Dann endlich nach über 3 Stunden und mehr als 2000 Kilometer Flug kommen wir 18:00 Uhr Ortszeit in Keflavik an. Ein Regenguss empfängt uns, nachdem wir Geld und Gepäck gefasst haben.
Spazieren durch das Zentrum von Reykjavik, bleiben an Papageientaucher-Geschäften hängen. Beim Vietnamesen gibt es das übliche Süppchen und isländisches Bier – ohne Schaum. Happiger Preis, aber das wussten wir ja. Die Nacht bleibt hell und sehr erholsam.



Tag 2
Es geht gemächlich los. Durch die Zeitverschiebung von 2 Stunden ist es schon 9 Uhr, als wir frühstücken. Ein wunderbares Frühstück mit Obst, Gemüse, Wurst, Käse, Porridge, gutem Kaffee usw.
So gestärkt, geht es zum Golden Circle.
Zunächst wandern wir im tektonisch interessanten Spaltgebiet zwischen Europa und Nordamerika, das jährlich um 4 Zentimeter auseinanderdriftet. Das Vulkangestein wirkt am Rand ausgefranst.
Wir wandern am isländischen Versammlungsort (Thingvellir) von 940. Alle 36 Gemeinden fanden sich zusammen, um Gesetze zu verabreden – eine frühe Form der Demokratie.
Außer Fluss und Seen sehen wir den ersten Wasserfall. Auch die Sonne lugt immer mal heraus, und so genießen wir unser Lunch auf Lavagestein am Öxaraffoss. Unser erster Geysir steht auf dem Programm. Alle 5 bis 8 Minuten kommt 100 Grad heißes Wasser aus Erdspalten von Gas getrieben. Ein besonders hoher trägt das Wasser galant zu uns herüber- lauwarme Dusche gratis.
Dann noch ein Wasserfall Gullfos- ein Wahnsinnsanblick auf mehreren Ebenen.
Übernachtung im Hotel Eyjafjallajökull (2010 war da was… Flugverkehr lahmgelegt durch Aschewolke vom Vulkan).





Tag 3
Sonne weckt uns auf. Fotografieren den Eyjafjallajökull in der eisigen Sonne. Frühstück wieder ausgiebig und gut. 9:00 Uhr gehts auf Wandertour zu den Westmännern. Erste Überraschung: der Gluggafoss, ein romantischer Wasserfall mitten im Sonnenschein. Weiter Richtung Vestmannaeyjar. Dann geht es zur Fähre nach Heimaey, der Vulkaninsel, auf der der Eldfell 1973 ausbrach und hunderte Gebäude unter der Lava begraben wurden. Menschen kamen nicht zu Schaden, sie kehrten nach 7 Monaten, als die Lava erkaltet war, wieder zurück. 5000 Menschen wohnen dort, nur an diesem Samstag sind es viel mehr, da der Nationalfeiertag begangen wird. Die recht jugendliche Bevölkerung macht sich auf den Weg zum Festivalgelände, Zelte und Autos sind überall, Leute mit Sixpacks und warmen Strickpullovern freuen sich auf Konzerte und Feuerwerk. Wir begeben uns auf eine recht stürmische Wanderung über Lavagestein zum Vulkanrand. Dort picknicken wir an einer etwas wilden Stelle und genießen den Ausblick auf den bunten Ort und die Nachbarinseln. Wandern zur anderen Küste der Insel in der Hoffnung, Papageientaucher zu sehen.
Und wir sehen sie: klein und wild um sich schlagend fliegen sie zwischen Bruthöhle und Wasser hin und her. Fotos? Schwierig. Sie lassen sich nicht festnageln. Nach der Fährüberfahrt, die zirka 40 Minuten dauert, geht es zum nächsten Höhepunkt: einem 65 Meter hohen Wasserfall Seljalandsfoss mit Regenbogen und Nässepotential, da man dahinter lang klettern kann. Ein Traum, wir können uns gar nicht sattsehen und genug ausprobieren, schießen Fotos ohne Ende.
Mit einem prächtigen Blick auf den Eyjafjallajökull beenden wir diesen tollen Tag.






Tag 4
Der Sonntag beginnt wieder mit einem ausgiebigen Frühstück und Packen. Ein Fahrtag liegt vor uns. Erster Halt: Wasserfall 62 m Skogafoss wieder mit Regenbogen und Aufstieg über Treppen. Wunderbar!
Museum Skogar Besichtigung zu dem traditionellen Leben in Island.
Anschließend fahren wir zur „Türöffnerhalbinsel“ mit super Ausblicken auf Papageientaucher, Gletscher, Meer und Leuchtturm. Dann Black Beach, auch Trollinsel genannt, ein windiger, stürmischer Strand mit interessanten Felsformationen im Wasser und am Strand.
Nächster Halt: Minicanyon – Miniwanderung, dann Fotostopp Gletscherwelt mit höchstem Berg. Voller Vorfreude auf unsere Gletscherbootstour beziehen wir Gertis Gästehaus.




Tag 5
Wieder weckt uns die Sonne, heute volles Gletscherprogramm. Ausgerüstet mit Gummihose, Gummijacke und Rettungsweste geht es auf angenehm warme Gletscherlagunentor. Jökulsarlon im Zodiac. Bizarre Gletscherformationen zwingen uns zu unzähligen Fotos. Die Gletscherwand ist noch 30m dick + 60m unter der Wasseroberfläche. Täglich brechen Eisbrocken ab, manchmal in hellblau. Wir dürfen einen 10 Kilo Brocken im Arm halten – er ist 5000 Jahre alt. Der Gletscher ist 5 km zurückgegangen in 30 Jahren. Die Lagune ist an der tiefsten Stelle 130m.
Am Nachmittag nach einer dreieinhalb Stunden Wanderung entlang von Gletscherlagunen kommen wir am Diamantstrand (Vatnajökull) wieder heraus. Dort beobachten wir Robben, Enten, Möwen und Eisformationen, die langsam vor sich hinschmelzen und vom Meer hin und her geworfen werden. Toll toll toll.













Tag 6
Heute ist Wandertag mit 9 Uhr Start. Es geht in den Skaftafell¬Nationalpark. Eine lange Wanderung, die am Anfang sehr abwechslungsreich ist – es geht durch Wald zum Gletscher, wo wir pausieren. Dann trennen sich Dirk und zwei Wanderlustige, um noch weiter hochzukraxeln. Die anderen gehen zum schwarzen Wasserfall, durch Wald und über Bäche zu einer großen Brücke über den Gletscherfluss, um dann am Hang durch Schotter und ebenes Gelände zu gehen. Es ist kühl und sonnig, trotzdem ist diese Stunde etwas zäh. Geschafft gönnen wir uns einen Kaffee und den zehnminütigen Film im Nationalparkzentrum.





Tag 7
Langer Fahrtag an die Ostküste vorbei an Westhorn, Osthorn, Fjorden und einer kleinen Hafenstadt. Einkaufs- und Kaffeestopps mit sehr schönen Aussichten, die fast immer an Wind gekoppelt sind. Je näher wir ans Tagesziel Egilsstadir kommen, umso näher rückt der Regen. Unser erster längerer Regenabschnitt wird versüßt von einem super Buffet mit Antipasti, Fisch und Fleisch in allen Varianten, Gemüse z.B. Linsen, Seetang, Garnelen und als Nachtisch unter anderem Eis. Bier darf nicht fehlen – es ist ein Gezapftes.

Tag 8
Ein Regenfahrtag… und so fallen der Dettifoss und Skelfoss ins Wasser, wir sprinten kurz bis an die Kante und sind ruckzuck nass und durch, Regenhose und Jacke schlummern im Bus, denn der Reiseleiter hat noch nie der gleichen gebraucht. Naja, man sollte nicht immer hören. Hängen alles im Bus breit und etwas angetrocknet geht es zu einer Kurzwanderung zum versteinerten Wasserfall, der wieder Wasser führt und 100 m tief im Hufeisen liegt. Von Asbyrgi geht es nach Akureyri, allerdings macht unterwegs der Bus die Mücke. Ein Ersatzbus bringt uns in die recht nette, viertgrößte Stadt Islands mit eigenem Flugplatz (Landebahn im Wasser auf einer Insel). Dort stärken wir uns mit Salat, Fisch und Rhabarbercrumble mit Eis – wie im Feinschmeckerrestaurant angerichtet. Danach geht es in den Hotpot, super-wie Badewanne. Da schläft es sich danach wunderbar.



Tag 9
Strahlender Sonnenschein von 3 Grad auf 11 Grad in einer Stunde. Heute auf die Waltour! Start in Hauganes. Sehen in drei Stunden einige Buckelwale, auch recht nah. Das ist der blanke Wahnsinn, einer taucht unter dem Schiff durch. In der Sonne sitzend, lassen wir die Tour Revue passieren.
Ein Besuch im Hotpot am Nachmittag, wieder in der Sonne, lässt den Tag angenehm verlaufen. Ein echter Urlaubstag wie aus dem Bilderbuch.




Tag 10
Kräftiges Frühstück bei leicht bewölktem Himmel. Nach Einkaufsstop geht es zum Myvatensee mit Kraterbesteigung. Der Hverfell ist einer von drei Basaltringkratern, der Lava fließen ließ und dessen Gasblasen bizarre Steinformen gebildet haben. Der Weg an dem Kraterrand dauert ca. 30 Minuten, der steile Abstieg eine Weile später ist kurz und knackig. Die anschließende Wanderung durch das Trollland, das Dimmuborgirlavafeld, ist sehr romantisch, grün und felsig.
Es folgen Busstops am Schwefelfeld und Geothermalort Hverarond, wo es dampft und zischt. Das Schwefelfeld ist bunt und blubberig, und natürlich riecht es auch gesund. Nach einem weiteren Stopp an Pseudokratern mit einer Rundwanderung – tolle Ausblicke auf den See und die Vogelwelt und natürlich Berge und Gletscher ringsum und einem Stopp am Geooxisfoss Wasserfall – sehr beeindruckend – geht es zurück ins Gästehaus. Schnell in den Hotpot, dann genießen wir Suppe, Lamm und Eis mit Schokokuchen und als Belohnung mal wieder ein Bier.





Tag 11
Zunächst steuern wir ein Museum an – Glaumbaer. Dort sind einige Torfhäuser, in denen wir Küche, Vorratsräume und eine Bettstube mit elf Betten für 22 Leute besichtigen. Die Leute waren damals klein (vor 100 bis 200 Jahren) und haben zu zweit angewinkelt geschlafen. Die Schmiede, eine Kirche mit Statue (dazu gibt es eine Edda-Geschichte) und ein Friedhof mit Ausblick komplettieren das Ensemble. Bei leichtem Regen wandern wir zur Robbenkolonie. Graue und Harbourrobben liegen träge auf dem Felsen und Inseln, nur einige wenige schwimmen mal kurz in unsere Richtung. Regen auf dem Weg nach Arnarstapi. Dort erwartet uns eine Überraschung… Eine Superunterkunft unscheinbar aus Holz von außen, schick-stylisch und gemütlich von innen, mit super Bad und wieder mal einer Kaffeemaschine. Ein kurzer Ausflug zum Troll und zu den Klippen, dann ist Zeit für Wasser, Kaffee, Viking Röttr, Lamm und Torte mit Eis.





Tag 12
Regen an, aus. Busrundfahrt über die Spitze der Halbinsel. Mit Glück ergattern wir eine tolle Lavahöhlentour in Vattnshellir Cave, 35m unter der Erde ist der tiefste Punkt. Es geht über Metalltreppen in die Tiefe, einen Gang entlang mit Stalakmiten und Stalaktiten, weiße Ablagerungen sind Bakterien, rotes Gestein geschmolzenes Eisen, Schwefel in gelb. Kühl ist es bei 4 Grad, feucht auch, da der Regen durch die Schichten tröpfelt. Erleben für einige Sekunden absolute Dunkelheit im tiefsten Teil. Irre!
Weiter geht es zum Radarturm, 412 m hoch. Eine Steinanhäufung entpuppt sich als Überbleibsel von Fischerhütten aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Sie bestanden aus Lavagestein und waren sicher nicht sehr bequem, nur Schutz vor Wind und Regen. Nächster Halt: Grunndarjördu, kleiner Ort mit nettem Lesekaffee. Sitzen 45 Minuten bei einem leckeren Cappuccino. Es geht weiter nach Stykkisholmur, einem Ort mit Fährhafen und kleinem Leuchtturm. Man hat einen guten Blick auf die Hurtigruten-Schiffe und auf die Fähre zu den Westfjorden. Allerdings nimmt der Regen wieder massiv zu.
Auf dem Rückweg kommen wir noch an einer Quelle mit dem gesündesten Wasser Islands vorbei, schmeckt metallisch, einfach furchtbar… gesund.






Tag 13
Heute Regen satt, Wanderung? Mal sehen! Um 10 Uhr fahren wir zu einem Höhlenwasserfall, sehr schön! Trocknen uns dann, um 12 Uhr geht es zur Wanderung? Tatsächlich haben wir Glück und können zwei Stunden bei leichtem Niesel am Krater und dann an einem reißenden Fluss entlangwandern im Ranobollari-Park. Ein kleiner Spaziergang am Vogelfelsen, dann fahren wir im Regen zurück, um ein letztes Mal Kartoffeln, Gemüse, Huhn und einen schönen Salat zu essen.
Leider Zeit zum Aufbruch. Wunderbar war es!


